Wenn du deine Wohnung in Berlin, München oder Köln über Airbnb vermietest, kannst du monatlich bis zu 2.000 Euro verdienen - oder ein Bußgeld von 12.500 Euro riskieren. Es geht nicht um Glück, sondern um Regeln. Und die haben sich 2026 grundlegend geändert. Die alte Zeit, in der du einfach eine Liste auf Airbnb erstellst und loslegst, ist vorbei. Jetzt zählt nur noch: Airbnb Recht.
Wenn du eine Mietwohnung hast, brauchst du die Zustimmung deines Vermieters. Ohne sie ist jede Vermietung rechtswidrig - egal ob du 3 Nächte oder 30 Nächte vermietest. Bei Eigentumswohnungen prüfst du die Teilungserklärung. Viele Verträge verbieten ausdrücklich Kurzzeitvermietungen. Wer das ignoriert, riskiert eine Kündigung - und ein Gerichtsurteil.
Aber: 200 Nächte sind kein Selbstläufer. In Berlin sind 70% der Airbnb-Gäste im Sommer da. Im Winter fällt die Nachfrage stark. Du musst also planen: Wer putzt? Wer antwortet auf Nachrichten? Wer wechselt die Handtücher? Ein durchschnittliches Objekt verlangt 4 bis 6 Stunden pro Woche. Das ist keine Nebeneinkunft - das ist ein kleines Geschäft.
Und die Preise? In München liegt der Durchschnitt bei 72,40 Euro pro Nacht. In Köln 62 Euro. Aber: Wer 120 Euro verlangt, hat oft weniger Buchungen. Die meisten Gäste suchen nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis - nicht nach Luxus. Die besten Ergebnisse erzielst du mit klaren Fotos, schnellen Antworten und einer sauberen Wohnung.
Die Einkommensteuer fällt an, sobald dein Gewinn über 9.744 Euro liegt (Grundfreibetrag 2025). Du kannst aber Kosten absetzen: Reinigung (25-35 Euro pro Buchung), Plattformgebühren (Airbnb nimmt 3-14% vom Preis), Werbung, Reparaturen und sogar Abschreibungen für Möbel oder Elektronik. Ein Kühlschrank, der 1.200 Euro kostet, kannst du über 10 Jahre abschreiben - das sind 120 Euro pro Jahr.
Die größte Fallgrube? Umsatzsteuervoranmeldungen. Viele Vermieter wissen nicht, dass sie quartalsweise oder monatlich eine Anmeldung abgeben müssen. 42% der Kleinvermieter brauchen dafür professionelle Hilfe - laut Steuerberater-Verband. Eine falsche Anmeldung kann teuer werden: Strafen bis zu 25% des geschuldeten Betrags.
Die Kontrolle wird härter. Seit Mai 2026 bekommt die Bundesnetzagentur monatlich Daten von Airbnb: Adresse, Anzahl der Nächte, Buchungszeiten. Wenn du nicht registriert bist, kommt die Stadt automatisch auf dich zu. Und: Deine Nachbarn können dich anzeigen. Laut einer Umfrage des Deutschen Mieterbundes sehen 68% der Mieter in Innenstädten Kurzzeitvermietungen als Problem - besonders wenn Gäste bis morgens laut sind oder Müll vor der Tür liegen.
Schritt 2: Sammle Unterlagen. Du brauchst: Eigentumsnachweis, Mietvertrag (wenn du mietest), Personalausweis, Wohnungsgrundriss. In manchen Städten musst du auch eine Erklärung abgeben, dass du keine Gewerbebetrieb gründest.
Schritt 3: Registriere dich ab Mai 2026 über die Bundesnetzagentur. Die Bearbeitung dauert 4 bis 12 Wochen. Du bekommst eine Nummer - die musst du in deine Airbnb-Anzeige eintragen. Ohne sie verschwindet deine Liste.
Schritt 4: Dokumentiere deine Gäste. Nach dem Meldegesetz musst du Name, Adresse und Aufenthaltsdauer jedes Gastes aufzeichnen. Das geht mit einem einfachen Excel-Blatt. Aber: Wenn du das nicht tust, kannst du auch bei legaler Registrierung bestraft werden.
Die Europäische Kommission will einen Ausgleich: Wohnraum schützen, aber Eigentümern die Möglichkeit lassen, ihre Immobilie zu nutzen. Der Deutsche Ferienhausverband begrüßt das - kritisiert aber, dass einige Städte die Genehmigungsfristen auf 6 Monate verlängern. Das ist unrealistisch.
Die gute Nachricht: Wer jetzt richtig macht, profitiert. Wer wartet, wird bestraft. Die zentrale Registrierung ist der Anfang - nicht das Ende. In Bayern wird ab Ende 2026 jede Stadt mit über 50.000 Einwohnern eine eigene Registrierungspflicht haben. Andere Bundesländer folgen.
Deine Wohnung ist kein Hotel. Aber sie kann ein kleiner, legaler Nebenverdienst sein - wenn du die Regeln kennst. Die Rendite ist attraktiv. Die Risiken sind hoch. Aber sie sind vermeidbar. Mit der richtigen Vorbereitung wird aus deiner Wohnung kein Problem - sondern eine Lösung.
Endlich mal jemand, der die Realität anspricht und nicht nur von der 'traumhaften Nebeneinkunft' schwafelt. Ich hab in Neukölln ne Wohnung, hab 100 Nächte vermietet und wurde trotz Registrierung von der Stadt zur Kasse gebeten, weil die Nachbarn mich angezeigt haben. Die Behörden spielen hier nicht mit, die sind auf Rache aus. Wer glaubt, das ist 'nur ein bisschen Geld verdienen', der hat noch nie einen Brief von der Ordnungsbehörde geöffnet.
hab ne frage: wenn man die kleinunternehmerregelung nutzt, muss man dann trotzdem die gastdaten speichern? hab das in der anleitung nicht gefunden und will nicht wieder 12k zahlen wie der typ in neukölln 😅