Wenn du dein Haus sanierst, aber noch nie etwas Größeres gebaut hast, dann bist du nicht allein. In Österreich und Deutschland beginnen jedes Jahr Tausende Hausbesitzer eine Renovierung - und viele davon machen denselben Fehler: Sie fangen von innen an. Sie tauschen die Fenster aus, streichen die Wände, legen neuen Boden - und erst danach schauen sie sich das Dach an. Das ist wie einen neuen Anzug anzuziehen, während das Dach über dir leckt. Die Folge? Schimmel, teure Nacharbeiten, und ein Budget, das in die Luft geht.
Die korrekte Reihenfolge ist einfach, aber nicht intuitiv: von außen nach innen. Das bedeutet:
Dieser Ablauf ist nicht willkürlich. Er folgt den technischen Gesetzen der Bauphysik. Ein trockenes, dichtes Dach ist die Grundlage. Ohne das ist alles andere nur vorübergehend. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bestätigen das: Erst wenn die Hülle dicht ist, lohnt sich der Austausch der Heizung. Und die KfW-Förderung zahlt nur, wenn du die Maßnahmen in dieser Reihenfolge durchführst.
Was du brauchst:
Gehe dein Haus Schritt für Schritt ab. Steige auf den Dachboden. Schau dir die Sparren an. Ist das Holz weich? Riecht es modrig? Das ist ein Warnsignal. Gehe in den Keller. Ist die Wand feucht? Dann kommt das Wasser von oben - oder von unten. Beides muss behandelt werden, bevor du weitermachst.
Wenn du unsicher bist, hol dir einen Energieberater. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) empfiehlt, einen zertifizierten Berater zu wählen - das ist Voraussetzung für Fördermittel. Ein guter Berater erstellt einen Sanierungsfahrplan. Er sagt dir: „Zuerst das Dach, dann die Fenster, dann die Dämmung.“ Und er zeigt dir, wo du Fördergelder bekommst.
Was du prüfen musst:
Wenn du ein Dach aus den 80ern hast, ist die Dämmung meistens nicht mehr zeitgemäß. Die Mindestanforderung heute liegt bei 20-30 cm Dämmung. Aber Achtung: Wenn du die Dämmung nachträglich einbaust, musst du die Lüftung im Dachboden prüfen. Sonst entsteht Kondenswasser - und Schimmel.
Die gute Nachricht: Die KfW zahlt bis zu 25 % der Kosten für eine Dachsanierung - wenn du sie richtig machst. Dafür brauchst du einen Energieberater, der die Maßnahme bestätigt. Die Anträge laufen über das Portal der KfW. Du kannst sie online ausfüllen. Es dauert 15 Minuten. Aber vergiss nicht: Der Antrag muss vor dem Baubeginn gestellt werden. Nachträglich gibt es keine Förderung.
Die richtige Methode: Erst die Fassade dämmen, dann die Fenster einbauen. So wird die neue Dämmung an den Fensterrahmen angeschlossen - und die Wärme bleibt im Haus. Das ist der Grund, warum viele Hausbesitzer nach dem Fensteraustausch plötzlich Schimmel an den Wänden haben. Sie haben die Fassade vergessen.
Bei der Fassadendämmung gibt es zwei Hauptmethoden: Außenwanddämmung mit WDVS (Wärmedämmverbundsystem) oder Innendämmung. Die Außenwanddämmung ist effektiver - sie verhindert Kältebrücken und schützt die Mauer vor Witterung. Aber sie verändert das Aussehen des Hauses. Bei historischen Gebäuden oder Denkmalschutz muss das mit dem Denkmalamt abgestimmt werden.
Ein Tipp: Wähle eine Dämmstärke von mindestens 14 cm. Das reicht, um den U-Wert auf 0,25 W/(m²K) zu senken - das ist der Standard für neue Häuser. Und es lohnt sich: Eine gut gedämmte Fassade senkt den Heizenergiebedarf um bis zu 45 %.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt seit 2020 vor: Ab 2026 dürfen keine neuen Öl- oder Gasheizungen mehr in bestehenden Gebäuden eingebaut werden, wenn sie nicht mit erneuerbaren Energien kombiniert werden. Das bedeutet: Wenn du deine Heizung austauschst, musst du mindestens 65 % der Wärme aus erneuerbaren Quellen beziehen. Das kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, eine Pelletheizung oder eine Solarthermie-Anlage sein.
Die Förderung ist groß: Die KfW zahlt bis zu 30 % der Kosten für eine Wärmepumpe. Und wenn du die Heizung mit einer Dachsanierung kombinierst, bekommst du sogar Bonuspunkte. Die Anträge sind kompliziert - aber der digitale Fördermittelrechner der KfW macht es leicht. Du gibst deine Daten ein, und er sagt dir: „Du bekommst 12.400 Euro Zuschuss.“
Ein häufiger Fehler: Nach der Fassadensanierung wird sofort mit dem Innenausbau begonnen. Das ist ein Fehler. Die Wand muss trocknen. Das dauert 4-8 Wochen. Wenn du zu früh tapetierst, bleibt die Feuchtigkeit zwischen Wand und Tapete. Schimmel wächst. Und du musst alles neu machen.
Warte. Lüfte. Mess die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Wenn sie unter 60 % liegt, kannst du loslegen. Dann ist dein Innenausbau nicht nur schön - er hält.
Dein Budget sollte drei Teile haben:
Die Handwerkskammer sagt: 67 % aller Sanierungen haben unerwartete Kosten. Wer keinen Puffer hat, gerät in finanzielle Schwierigkeiten. Plane großzügig. Und hole dir immer mehrere Angebote. Ein Handwerker ist kein Freund - er ist ein Dienstleister. Vergleiche. Lies Bewertungen. Frag nach Referenzen.
Die Planung dauert in der Regel 3 bis 6 Monate. Das beinhaltet die Bestandsaufnahme, die Beratung mit einem Energieberater, die Anträge für Fördermittel, die Vergabe der Handwerker und die Baugenehmigung. Wer schneller starten will, riskiert teure Fehler. Ein gut geplanter Prozess spart am Ende Zeit und Geld.
Einige Arbeiten wie Streichen, Verlegen von Boden oder Montieren von Regalen kannst du selbst machen. Aber Dach, Fassade, Fenster und Heizung müssen von zertifizierten Handwerkern ausgeführt werden - sonst verlierst du die Fördermittel und die Garantie. Außerdem ist ein falscher Einbau gefährlich und kann zu Schimmel oder Wärmeverlust führen. Lass die technischen Arbeiten den Profis.
Die wichtigsten Fördermittel kommen von der KfW (z. B. Programm 151/152 für Energieeffizientes Sanieren) und vom BAFA (für Wärmepumpen). Die KfW zahlt bis zu 25 % der Kosten, wenn du ganzheitlich sanierst. Der BAFA zahlt bis zu 30 % für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Anträge müssen vor Baubeginn gestellt werden. Nutze den KfW-Fördermittelrechner - er zeigt dir genau, was du bekommst.
Weil Feuchtigkeit von oben nach unten dringt. Wenn du zuerst die Fenster tauschst, aber das Dach und die Fassade undicht sind, läuft das Wasser hinter die neuen Fenster und beschädigt sie. Die Dämmung wird nass, Schimmel entsteht. Die richtige Reihenfolge sorgt dafür, dass alle Bauteile dicht sind - bevor du innen arbeitest. Sonst musst du alles wieder aufmachen.
Ein Haus aus vor 1990 hat fast immer Sanierungsbedarf. Zeichen sind: hohe Heizkosten, kalte Wände, Schimmel an Ecken, Zugluft an Fenstern, feuchte Kellerwände, kaputte Dachziegel oder verstopfte Dachrinnen. Wenn du drei oder mehr dieser Punkte hast, ist eine Sanierung sinnvoll. Ein Energieberater kann dir mit einem Energieausweis genau sagen, wie viel Energie du verlierst.
Das mit der Reihenfolge ist nicht nur logisch, es ist elementar. Wer das Dach ignoriert, der baut auf Sand. Ich hab mal ein Haus gesehen, wo jemand 80.000 Euro in Fenster und Innenausbau gesteckt hat – und zwei Jahre später war das ganze Haus ein Schimmelpilzparadies. Die Technik ist einfach: Außen dicht, innen trocken. Punkt. Keine Ausreden.
Die KfW-Förderung ist kein Geschenk, sondern ein Werkzeug. Wer sie nicht nutzt, der zahlt doppelt – und das ist nicht nur dumm, das ist sträflich verantwortungslos.
Und nein, du kannst nicht einfach ‘mal eben’ ein Dach reparieren, weil du ‘was gelernt hast’. Das ist kein IKEA-Schrank. Das ist Bauphysik. Und die lässt sich nicht mit YouTube-Tutorials austricksen.
Es ist bemerkenswert, wie wenig Beachtung die grundlegenden Prinzipien der Bauphysik in der breiten Öffentlichkeit finden. Die hier dargelegte Reihenfolge entspricht nicht nur den technischen Anforderungen, sondern auch den gesetzlichen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes. Eine Abweichung davon stellt nicht nur eine wirtschaftliche Fehlentscheidung dar, sondern auch eine potenzielle Gefährdung der baulichen Substanz. Die Verantwortung des Hausbesitzers erstreckt sich nicht nur auf die Finanzierung, sondern auch auf die fachliche Kompetenz der ausführenden Handwerker. Eine sorgfältige Dokumentation ist nicht optional, sondern unumgänglich.
ich hab grad mein dachboden besichtigt und rieche echt modrig… hab keine ahnung ob das jetzt schlimm ist oder nicht. hab fotos gemacht, aber was mach ich jetzt? soll ich gleich nen energieberater rufen oder erst mal abwarten? frag mich grade ob ich total überreagier… 😅
The structural integrity of a building begins at its envelope. Without a watertight roof, no interior renovation can be considered sustainable or prudent. The sequence outlined here is not merely recommended-it is scientifically imperative. I commend the author for emphasizing the role of professional energy consulting. In Norway, we follow similar principles, and the results speak for themselves: lower energy consumption, healthier indoor climates, and longer building lifespans. Patience is not a delay-it is an investment.
Do not rush. Measure. Observe. Consult. The house will thank you.