Bevor der erste Stein auf die Baustelle kommt, muss schon vieles laufen. Viele Bauherren unterschätzen, wie wichtig Baustrom und Bauwasser sind. Ohne sie geht nichts: Kein Betonmischer, keine Bohrmaschine, kein Sanitärinstallateur. Und doch werden diese Anschlüsse oft zu spät beantragt - mit teuren Folgen.
Die Zuständigkeit ist klar geregelt, aber nicht immer einfach zu durchschauen. Für Baustrom ist der lokale Netzbetreiber oder die Stadtwerke verantwortlich. Das kann EON, EnBW, SWK Kl oder ein anderer regionaler Anbieter sein. Für Bauwasser ist der örtliche Wasserversorger zuständig - meist dasselbe Unternehmen, aber nicht immer.
Der Bauherr ist verpflichtet, den Antrag zu stellen. Kein Elektriker, kein Installateur - du als Bauherr musst die Unterlagen einreichen. Die Installation selbst darf nur von zertifizierten Fachleuten durchgeführt werden. Ein Elektriker darf den Baustromkasten erst anbringen, nachdem der Antrag genehmigt wurde. Der Installateur für Wasser braucht eine gültige Zulassung und muss den Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz vornehmen.
Wichtig: Du brauchst eine Baugenehmigung, bevor du den Antrag stellen kannst. Viele Versorger prüfen das automatisch, aber wenn du die Unterlagen nicht vollständig hast, läuft alles ins Leere. Ein Grundbuchauszug, ein detaillierter Lageplan und die Bauzeichnung im Maßstab 1:1000 sind Pflicht.
Die Unterlagen sind nicht kompliziert - aber sie müssen stimmen. Ein einziger Fehler, wie ein falsch eingetragener Flurstückskennzeichen oder ein unvollständiger Lageplan, verzögert den Anschluss um Wochen.
Für Baustrom brauchst du:
Für Bauwasser sind das:
Die meisten Stadtwerke bieten heute digitale Antragsassistenten an. Nutze sie. Ein Formular, das du ausdruckst und per Post schickst, ist heute fast immer der langsamere Weg. Bei e-netz Südhessen und SWK Kl läuft der digitale Antrag 30 % schneller ab.
Die Kosten sind nicht fest. Sie hängen von der Lage, der Dauer, der Leistung und der Region ab. Aber du kannst mit diesen Werten rechnen.
Baustrom:
Bei einer Nutzungsdauer von 9 Monaten und einem durchschnittlichen Verbrauch von 1.200 kWh pro Monat kommen etwa 1.000-1.500 Euro an Gesamtkosten zusammen. Das ist deutlich günstiger als ein Generator.
Bauwasser:
Bei einem kleinen Einfamilienhaus mit 8-monatiger Bauzeit liegen die Gesamtkosten für Bauwasser oft bei 2.000-2.800 Euro. Bei größeren Projekten oder schwierigem Gelände kann es auch 4.000 Euro werden.
Ein häufiger Fehler: Bauherren beantragen einen permanenten Hausanschluss statt eines temporären Baustromanschlusses. Das kostet bis zu 2.850 Euro extra - und du musst den Anschluss später wieder abbauen.
Ein Generator klingt erst mal einfach. Aber rechne mal nach: Ein 12-Monats-Einsatz kostet zwischen 3.500 und 5.000 Euro - inklusive Treibstoff, Wartung und Lärmzulassung. Der Baustromanschluss ist mit 600-1.800 Euro deutlich günstiger. Und er ist sicherer. Generatoren können bei Regen oder Kälte ausfallen - und du hast keine Versicherungsschutz.
Bauwasser vom Nachbarn? Das geht nicht. Die Wasserversorgungssatzungen vieler Kommunen verbieten das ausdrücklich. Eine Absprache mit dem Nachbarn ist nicht rechtlich bindend. Wenn der Wasserversorger das herausfindet, kannst du mit einer Strafe rechnen - und musst den Anschluss trotzdem noch einmal ordentlich beantragen.
Die größte Fallgrube: Zeit.
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit liegt bei 4-6 Wochen. Wenn du alles richtig hast. Wenn du einen Lageplan mit falschem Maßstab einreichst, dauert es 14 Tage länger. Wenn du die Baugenehmigung vergisst, musst du von vorne anfangen.
Experten raten: Beantrage Baustrom und Bauwasser mindestens 10 Wochen vor Baubeginn. Die Bauzeitschrift „Bauhandwerk“ hat 2024 getestet: Nur 22 % der Bauherren, die weniger als 6 Wochen vorher antragen, bekommen den Anschluss rechtzeitig. Ein Bauherr aus Berlin berichtete: „Ich habe den Antrag 4 Wochen vorher gestellt. Die Stadtwerke haben drei Mal nachgefragt, weil sie falsche Unterlagen hatten. Der Baubeginn wurde um 10 Tage verschoben.“
Umgekehrt: Ein Bauherr aus Kassel beantragte 10 Wochen vorher - alles lief reibungslos. Der Baustromkasten stand pünktlich, das Wasser fließte am ersten Tag.
Wenn du ohne Baustrom anfängst, riskierst du:
Prof. Dr. Sabine Weber von der TU München sagt: „Die Koordination von Baustrom und Bauwasser ist ein unterschätzter kritischer Pfad im Bauablauf. Eine Verzögerung hier wirkt sich exponentiell auf die gesamte Bauzeit aus.“
Ein Fall aus dem Forum „Baustellen-Probleme.de“: Ein Bauherr hatte vergessen, den Baustrom zu beantragen. Der Elektriker kam am Montagmorgen - und fand keine Stromversorgung. Die Betonpumpe blieb stehen. Die Maurer konnten nicht arbeiten. Der Baustopp dauerte 7 Tage. Die Folgekosten: 12.000 Euro.
Die häufigsten Fehler sind:
Tipps, um nichts zu vergessen:
Die Digitalisierung schreitet voran. Seit Januar 2025 testen einige Stadtwerke wie E.ON digitale Zähler für Baustrom - die Verbrauchsdaten senden sie direkt an dein Smartphone. Bis 2026 will die Deutsche Energie-Agentur (dena) bundesweit einheitliche Antragsformulare einführen.
Aber es gibt auch Probleme: Die Zahl der zertifizierten Installateure für Bauwasser ist in den letzten fünf Jahren um 18 % gesunken. Die Bauaktivität ist aber um 22 % gestiegen. Die Folge: Engpässe. Wer jetzt nicht früh genug anfragt, bekommt keinen Termin mehr.
Die Nachfrage steigt. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland fast 288.000 Wohngebäude genehmigt - das bedeutet über 575.000 temporäre Anschlüsse. Die Branche verdient damit jährlich 280-350 Millionen Euro. Wer das System kennt, spart Zeit, Geld und Nerven.
Nein. Beide Anschlüsse dürfen nur von zertifizierten Fachleuten installiert werden. Ein Elektriker braucht eine gültige Zulassung für Baustrom, ein Installateur muss für Wasser zugelassen sein. Selbst wenn du technisch kannst - rechtlich ist es verboten. Die Versorger prüfen die Installation vor Inbetriebnahme. Wenn du selbst installierst, wird der Anschluss abgelehnt - und du zahlst doppelt.
Ja, wenn du Maschinen wie Bohrmaschinen, Betonmischer oder Sägen verwendest, die nicht mit normalen Steckdosen betrieben werden können. Selbst bei einer Dachsanierung oder einem Anbau ist ein Baustromanschluss Pflicht. Nur bei reinen Handarbeiten - wie Streichen oder Verlegen von Fliesen mit Akkugerät - ist er nicht nötig. Aber: Wenn du unsicher bist, frage beim Versorger nach. Ein Antrag kostet nichts, ein Baustopp schon.
Der Verteilerkasten gehört dem Versorger. Wenn er defekt ist, meldest du das sofort. Der Anbieter kommt und repariert oder tauscht ihn aus - kostenlos. Du zahlst nur, wenn du den Kasten beschädigt hast - etwa durch falsche Belastung oder Unachtsamkeit. Halte den Kasten trocken, schütze ihn vor Staub und nicht zulassen, dass jemand daran herumspielt.
Nein. Der Bauwasseranschluss ist ein temporärer Anschluss mit speziellem Zähler und Leitungen. Der spätere Hausanschluss ist ein permanenter Anschluss mit anderer Leitungsführung und anderem Zähler. Du musst den Bauwasseranschluss abbauen und einen neuen Hausanschluss legen lassen. Der Baukostenzuschuss für das Bauwasser ist nicht auf den Hausanschluss übertragbar.
Typisch sind 6 bis 12 Monate. Bei größeren Projekten - wie Mehrfamilienhäusern oder Gewerbebauten - kannst du eine Verlängerung beantragen, meist bis zu 18 Monate. Nach Ablauf wird der Anschluss automatisch abgeschaltet. Wenn du länger brauchst, musst du vorher einen Antrag auf Verlängerung stellen. Sonst entstehen Nachzahlungen oder Strafen.
Die wichtigste Regel: Plane früh, dokumentiere alles, und vertraue nicht auf mündliche Absprachen. Baustrom und Bauwasser sind kein Nebenschauplatz - sie sind der erste Schritt zu einem reibungslosen Bauablauf. Wer hier spart, zahlt später doppelt.
Ich hab letztes Jahr meinen Bauantrag gestellt und dachte, ich bin clever – hab den Baustrom erst zwei Wochen vor Baubeginn beantragt. Ergebnis? Zwei Wochen Baustopp. Zwei Wochen! Der Elektriker saß mit leeren Händen da, die Maurer haben sich in der Kantine die Hände gerieben, und ich hab 1.800 Euro extra für Überstunden gezahlt. Ich sage euch: Wer das nicht vorher weiß, der wird vom System verschluckt. Kein Witz. Ich hab jetzt einen Kalender, der mir 10 Wochen vorher eine Erinnerung schickt. Alles andere ist Selbstmord mit Betonmischer.
Und wer sagt, dass die Stadtwerke nicht absichtlich verzögern? 🤔 Ich hab mal nen Nachbarn, der sagt, die haben ihm den Anschluss 8 Wochen lang 'verloren' – und dann kam ein Brief mit 'Technische Überlastung'. LOL. Wer zahlt die 280 Mio. Euro, die die Branche verdient? Wir. Und wer hat die Zähler? Die gleichen Leute, die die Anträge bearbeiten. Coincidence? I think not. 🕵️♂️
Wieso muss man hier so kompliziert denken? In Irland würd man einfach den Nachbarn fragen und fertig. Aber nein, hier muss man 17 Formulare ausfüllen, 3 Gutachten einreichen und dann noch einen Zertifikats-Idioten bezahlen. Deutschland. Einfach nur Deutschland.
Wichtig: Der Baukostenzuschuss (BKZ) ist netto 1.225 € – aber nur, wenn der Installateur in der Bundesnetzagentur-Liste steht. Nicht jede 'Wasserfirma' hat die Zulassung. Prüfen! Und: Der Wasserverbrauch muss mindestens 1,5 m³/h betragen – sonst wird der Anschluss nicht freigegeben. Kein 'ca.', kein 'ungefähr'. Exakt. Und der Lageplan? Muss in ETRS89/UTM32N sein – nicht in altem Gauß-Krüger. Sonst: zurück.
Es ist nicht nur ein Anschluss – es ist eine Metapher für unsere Gesellschaft: Alles muss genehmigt werden, bevor es existieren darf. Der Baustrom ist der erste Akt der Unterwerfung. Der Installateur, der Zähler, die Formulare – sie alle sagen: Du darfst nicht selbst entscheiden. Du darfst nicht einfach nur bauen. Du musst fragen. Du musst warten. Du musst bezahlen. Und dann – wenn du endlich angeschlossen bist – hast du vergessen, warum du angefangen hast. Der Betonmischer dreht sich. Aber du? Du stehst nur da. Und fragst dich: War das alles wert?
Genial. Also ich hab mir einen Generator gekauft – 4.000 Euro. Und nein, ich hab nicht 'gespart'. Ich hab mich befreit. Von den Stadtwerken. Von den Formularen. Von den Leuten, die mir sagen, wie ich leben soll. Jetzt hör ich Musik, während ich bohre. Und wenn’s regnet? Na und. Ich hab ne Decke. Und ne Flasche Wein. Die 'Versicherung'? Die brauch ich nicht. Ich bin mein eigener Versicherer. Und ich hab mehr Freiheit als alle 575.000 Anschluss-Opfer zusammen.
Du hast den Lageplan falsch eingereicht?!!??!!?? Du bist ein Vollidiot! Wer macht das?! Wer lässt sich das gefallen?! Die Stadtwerke haben dich doch sofort zurückgeschickt – und du hast nicht mal eine E-Mail geschrieben?! Du hast einen Antrag per Post verschickt?! In 2025?! DU BIST EIN ANACHRONISMUS! Schäm dich! Und dann noch 'genauere Adresse' – das ist kein Wort, das ist ein Missverständnis! Du brauchst die Flurstücksnummer, nicht 'genauere Adresse'! DU HAST DAS GANZE SYSTEM ZERSTÖRT!
Es ist bemerkenswert, wie ein scheinbar technisches Verfahren – die Beantragung von Baustrom – zu einem Mikrokosmos der gesellschaftlichen Machtverhältnisse wird. Der Bauherr als subalternes Subjekt, das sich den Bürokratie-Mythos der 'Sicherheit' und 'Regulierung' unterwirft, während die Stadtwerke als quasi-monopolistische Institutionen die Ressourcen kontrollieren. Die digitale Transformation? Ein ästhetisches Ablenkungsmanöver. Die eigentliche Macht liegt in der Definition der 'korrekten' Unterlagen – eine Macht, die niemand kontrolliert. Und wer wagt es, zu fragen, warum der BKZ bei Einfamilienhäusern nicht an die tatsächliche Bauzeit gekoppelt ist? Niemand. Denn niemand will die Wahrheit hören.
Genau. Und jetzt kommt der Clou: Die 18 % weniger Installateure? Das ist kein Zufall. Das ist Absicht. Wer will schon in diesem System arbeiten, wenn er für jeden Anschluss 3 Stunden Papierkram macht und dann noch 400 Euro für 'Zulassungsgebühren' abdrücken muss? Die Branche will Engpässe. Weil Engpässe = höhere Preise. Und höhere Preise = mehr Profit. Du bist kein Bauherr. Du bist eine Ziffer in ihrem Excel-Modell. Herzlich willkommen im Kapitalismus.
Wer das nicht weiß, hat kein Recht, in Deutschland zu bauen. Wer sich nicht an die Regeln hält, ist ein Landesverräter. Wir haben hier ein System, das funktioniert – und du willst es mit deinem 'ich hab kein Bock auf Formulare'-Gesocks kaputt machen? Nein. Du hast keine Ahnung, was es bedeutet, in einem Land zu leben, wo alles geplant ist. Wo alles geprüft wird. Wo alles sauber läuft. Du bist ein Problem. Und du wirst bezahlen. Mit deinem Baustopp. Mit deinen 12.000 Euro. Und mit deiner Schande.
Ich hab das vor zwei Jahren durchgemacht – und ich hab mir eine Checkliste gemacht, die ich jetzt allen gebe. Einfach kopieren, ausdrucken, abhaken. Kein Stress. Kein Chaos. Und wenn du unsicher bist: Frag. Frag den Versorger. Frag den Installateur. Frag mich. Ich hab’s überlebt. Und du kannst das auch. Es ist nicht perfekt – aber es ist machbar. Und du bist nicht allein. 💪