Energieberatung fördern: Kostenlos oder mit Zuschuss fürs Haus - So klappt’s 2025
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Wenn du dein Haus sanieren willst, aber nicht weißt, wo du anfangen sollst, dann ist eine Energieberatung dein erster richtiger Schritt. Und guter Nachricht: In Deutschland bekommst du dafür fast die ganze Kosten erstattet - manchmal sogar komplett kostenlos. Aber nur, wenn du die Regeln kennst. Viele Hausbesitzer verpassen die Förderung, weil sie zu spät anfangen, falsche Berater wählen oder den Antrag falsch ausfüllen. Hier steht alles, was du 2025 wissen musst, damit du keinen Euro unnötig ausgibst und die volle Förderung bekommst.

Wie viel Geld bekommst du wirklich für die Energieberatung?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) vom BAFA zahlt dir bis zu 650 Euro für die Beratung deines Einfamilienhauses. Bei Mehrfamilienhäusern sind es bis zu 850 Euro. Das klingt nach viel, aber es ist noch besser: Diese Summe deckt 50 % der tatsächlichen Beratungskosten ab. Das bedeutet, wenn du eine Beratung für 1.300 Euro buchst, bekommst du 650 Euro zurück - du zahlst also nur noch 650 Euro selbst. Und wenn du den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) mitbestellst, steigt die Förderung auf 60 % - also 780 Euro bei einem Einfamilienhaus. Das ist kein kleiner Bonus, das ist ein echter Anreiz.

Der iSFP ist kein einfaches Papier. Es ist ein detaillierter Plan, der genau sagt, welche Maßnahmen du in welcher Reihenfolge umsetzen solltest: Dachdämmung, Fenster austauschen, Heizung wechseln - alles mit Kostenschätzung und Fördermöglichkeiten. Und das Beste: Wenn du später tatsächlich sanierst, bekommst du für jede Maßnahme, die im iSFP steht, 5 Prozentpunkte mehr Förderung. Aus 15 % werden 20 %, aus 30 % werden 35 %. Das macht bei einer neuen Heizung mit 20.000 Euro Kosten schon 1.000 Euro mehr aus.

Wer darf die Beratung machen?

Nicht jeder Energieberater ist gleich. Nur solche, die im offiziellen BAFA-Verzeichnis gelistet sind, kommen für die Förderung in Frage. Aktuell sind das über 14.000 zertifizierte Berater in ganz Deutschland. Du findest sie auf der BAFA-Website - suche einfach nach deiner Postleitzahl. Wichtig: Die Beratung muss vor Ort stattfinden. Kein Online-Call, keine Email-Beratung. Der Berater muss dein Haus sehen, die Wände abtasten, die Heizung prüfen, die Luftdichtigkeit messen. Das dauert meist 2 bis 3 Termine, insgesamt 6 bis 8 Stunden.

Die Beratung muss drei Dinge enthalten: Erstens, eine Analyse deines aktuellen Energieverbrauchs - also deine Heizkostenabrechnungen, die Baupläne, die Isolierung. Zweitens, ein konkretes Sanierungskonzept mit Prioritäten. Drittens, klare Hinweise zu Fördermitteln und wie du sie beantragst. Ein guter Berater zeigt dir nicht nur, was du tun sollst, sondern auch, wie du es bezahlst. Wenn er dir nur ein allgemeines Blatt mit Tipps gibt, dann ist das keine förderfähige Beratung.

Was du unbedingt vermeiden musst

Der häufigste Fehler? Sanieren, bevor die Beratung stattgefunden hat. Das ist ein klassischer Fall, der bei 17 % aller Anträge zum Ausschluss führt. Wenn du schon die Fenster ausgetauscht hast oder die Heizung installiert hast, bevor du den Berater hinzugezogen hast, ist die Förderung weg. Punkt. Du kannst nicht rückwirkend einen Antrag stellen. Die Beratung muss der erste Schritt sein - nicht der letzte.

Ein zweiter Fehler: Du nimmst den ersten Berater, den du findest. Nicht alle sind gleich. Einige arbeiten mit Anbietern von Heizungen zusammen und empfehlen nur deren Produkte. Ein neutraler Berater zeigt dir alle Optionen - von der Luft-Wasser-Wärmepumpe bis zur Holzpellet-Heizung - und sagt dir, welche für dein Haus wirklich sinnvoll ist. Frag nach: „Welche Alternative würden Sie empfehlen, wenn ich kein Geld für Förderung hätte?“ Wenn er dir sofort eine teure Lösung verkaufen will, läuft etwas falsch.

Und dann ist da noch die Antragstellung. Viele Hausbesitzer geben auf, weil sie den Online-Antrag nicht verstehen. Die Unterlagen müssen perfekt sein: Rechnung vom Berater, Nachweis der Zulassung, unterschriebene Erklärung, iSFP - alles in der richtigen Reihenfolge. 23 % der Anträge werden zurückgewiesen, weil etwas fehlt. Ein Tipp: Nutze einen Anbieter wie Enter oder Energieeffizienz Profi. Die machen den Antrag für dich - für 99 bis 149 Euro. Das ist teurer als selbst machen, aber es spart dir Wochen Stress und garantiert, dass nichts verloren geht.

Ausgeführter Sanierungsfahrplan mit Kostenübersichten für Dachdämmung und Heizung.

Förderung vs. Steuerbonus - Was ist besser?

Es gibt zwei Wege, Sanierungen zu finanzieren: Die BAFA-Förderung oder den Steuerbonus. Du kannst nur einen davon nehmen - nicht beide. Der Steuerbonus gibt dir 20 % der Sanierungskosten als Einkommensteuerrückerstattung, verteilt auf drei Jahre. Das klingt gut, aber es ist kompliziert. Du musst deine Steuererklärung machen, du musst genug Einkommen haben, damit die Steuererstattung was bringt. Wenn du nur eine kleine Rente bekommst, dann ist der Steuerbonus fast wertlos.

Die BAFA-Förderung ist direkter. Du bekommst das Geld auf dein Konto, nicht als Steuerrückerstattung. Und die Höhe ist höher. Bei einer neuen Heizung kannst du bis zu 70 % der Kosten bekommen - das ist mehr als der Steuerbonus jemals abdeckt. Außerdem: Wenn du den iSFP hast, steigt die Förderung nochmal. Der Steuerbonus hat keinen Bonus. Kein iSFP, keine Extra-Vorteile. Wer wirklich sanieren will, der nutzt die BAFA-Förderung. Der Steuerbonus ist nur etwas für Leute, die nicht viel Geld ausgeben können und auf die langfristige Rückerstattung hoffen.

Wie lange dauert es, bis das Geld da ist?

Die Wartezeit ist der größte Kritikpunkt. Im Durchschnitt dauert es 42 Tage, bis das Geld auf deinem Konto ist. Aber viele warten 6 bis 8 Wochen. Wenn du im Herbst 2025 anträgst, könnte es länger dauern - die Mittel sind begrenzt. Das BAFA hat im Jahr 2025 nur 1,72 Milliarden Euro zur Verfügung, statt der geplanten 3,82 Milliarden. Experten warnen: Wenn viele gleichzeitig antragen, kann es zu Förderstopps kommen. Also: Je früher du anfängst, desto sicherer ist das Geld.

Einige Nutzer berichten auf Plattformen wie Trustpilot, dass sie drei Anläufe gebraucht haben, bis alles stimmte. Die BAFA gibt keine telefonische Unterstützung. Kein Anruf, kein Chat. Alles läuft über das Portal. Das ist frustrierend, besonders für ältere Menschen. Deshalb empfehlen viele Energieberater: Lass dir den Antrag von deinem Berater ausfüllen. Er kennt die Formulare, er weiß, was fehlt. Du unterschreibst, er sendet es ein. So vermeidest du Fehler.

Zeitlinie einer Hausmodernisierung mit Förderung und Meilensteinen bis 2025.

Was passiert, wenn die Mittel aufgebraucht sind?

Das ist die große Unsicherheit 2025. Der Bund hat die Mittel für Gebäudesanierung um fast 2 Milliarden Euro gekürzt. Das bedeutet: Die Förderung ist nicht garantiert. Es gibt keine feste Quote pro Monat - die Mittel fließen, bis sie aufgebraucht sind. Im Frühjahr 2025 wurde noch eine zusätzliche Verpflichtungsermächtigung von 1,22 Milliarden Euro genehmigt - das hält die Förderung bis September 2025 aufrecht. Aber danach? Niemand weiß es. Die Haushaltsbeschlüsse für 2025 werden erst im Sommer finalisiert.

Experten wie Thomas Drinkuth von der Transparente Gebäudehülle warnen: „Fördertopf kürzen, dann die Sanierungsquote erhöhen wollen - das ist pures Gift für den Markt.“ Wenn die Mittel aufgebraucht sind, bleibt dir nur der Steuerbonus - oder du musst selbst zahlen. Deshalb: Wenn du im Frühjahr 2025 den Plan hast, zu sanieren, dann starte jetzt. Hole dir die Beratung, hole dir den iSFP, reiche den Antrag ein. Warte nicht auf den perfekten Moment. Der perfekte Moment ist heute.

Was kommt danach?

Die Energieberatung ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Der iSFP ist dein Fahrplan für die nächsten 15 Jahre. Du kannst ihn immer wieder nutzen. Wenn du in zwei Jahren die Fenster wechseln willst, schaust du nach - ist es in deinem Plan drin? Dann bekommst du wieder die 5 % Bonusförderung. Wenn du später die Heizung wechselst, geht das auch mit dem gleichen Plan. Das ist der große Vorteil: Du hast einen langfristigen Leitfaden, nicht nur eine einmalige Beratung.

Ab 2026 soll der iSFP digital werden - mit Apps, die dir zeigen, wie du deine Dämmung verbessern kannst, oder wie viel du mit einer Wärmepumpe sparen würdest. Das wird die Umsetzung einfacher machen. Aber für jetzt: Bleib bei Papier und persönlichem Gespräch. Der Mensch vor Ort sieht Dinge, die eine App nicht sieht - Risse im Mauerwerk, feuchte Wände, falsch installierte Rohre. Das ist wertvoll.

Dein Haus ist deine größte Investition. Eine Energieberatung mit Förderung ist die billigste und effektivste Art, sie zu schützen. Du zahlst 650 Euro, bekommst 650 Euro zurück, und du erhältst einen Plan, der dir in den nächsten Jahren Tausende Euro spart - und die Umwelt schont. Das ist keine Ausgabe. Das ist eine Investition mit 100 % Rendite.

Kommentare (1)

Frank Vierling
  • Frank Vierling
  • Februar 2, 2026 AT 01:16

Endlich mal jemand, der die Wahrheit sagt. Ich hab letztes Jahr 3 Berater angefragt – zwei wollten mir sofort eine Wärmepumpe verkaufen, der dritte hat mich zum BAFA-Portal geschickt. Kein Wunder, dass die Leute aufgeben. Wer will schon 6 Wochen auf sein Geld warten, nur weil jemand den Antrag falsch ausgefüllt hat?

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