Förderrechner für Heizungstausch: Die besten Programme im Vergleich 2026
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Wenn du deine alte Heizung austauschen willst, dann weißt du wahrscheinlich: Die Förderung ist riesig - aber wie viel bekommst du wirklich? Ein Förderrechner für Heizungstausch hilft dir, das herauszufinden. Doch nicht jeder Rechner sagt dir die Wahrheit. Manche verschweigen Bonusse, andere ignorieren deine Postleitzahl oder rechnen falsch, wenn du in einem Altbau wohnst. Und das, obwohl du bis zu 24.500 Euro Zuschuss bekommen kannst - wenn du alles richtig machst.

Warum du nicht nur einen Rechner benutzen solltest

Viele Leute denken: Ich gebe meine Daten in einen Rechner ein, und schon weiß ich, wie viel Geld ich kriege. Aber das ist ein Trugschluss. Jeder Rechner hat seine eigenen Regeln. Der von BAFA rechnet nur mit BAFA-Zuschüssen. Der von KfW ignoriert fast alle anderen Programme. Und der Excel-Rechner vom ÖkoZentrum NRW? Der ist super für Mehrfamilienhäuser - aber nur, wenn du weißt, wie man ihn bedient.

Ein Nutzer aus Linz, der im Dezember 2024 seine Ölheizung ausgetauscht hat, hat erst nach drei Rechnern die richtige Summe gefunden. Der erste Rechner zeigte 14.000 Euro an. Der zweite 17.500. Der dritte - der von Energieeffizienzprofi.de - sagte: 21.200 Euro. Und tatsächlich: Nach der Genehmigung vom BAFA bekam er genau 21.150 Euro. Warum? Weil er den Einkommensbonus, den Klimageschwindigkeitsbonus und den Bonus für natürliche Kältemittel kombiniert hatte. Kein Rechner allein hätte das alles erkannt.

Die drei wichtigsten Rechner im Detail

1. Energieeffizienzprofi.de (Web-basiert, Stand Januar 2025)

Dieser Rechner ist der beliebteste in Österreich und Deutschland. Er läuft im Browser, du brauchst nichts herunterzuladen. Du gibst deine Postleitzahl ein - und schon zeigt er dir, welche regionalen Förderungen in deiner Gemeinde laufen. In Linz zum Beispiel gibt es einen Zusatzbonus von 500 Euro für Wärmepumpen, den nur dieser Rechner berücksichtigt. Er berechnet automatisch: BAFA-Zuschuss, KfW-Darlehen, regionale Zuschüsse, Steuervorteile. Und er aktualisiert sich monatlich. Kein manuelles Herunterladen nötig.

Die Nachteile? Die Eingabemaske ist für Laien etwas überladen. Und: Er sagt nicht, ob du mit einer Hybridheizung (z. B. Wärmepumpe + Solarthermie) noch mehr bekommst. Das muss du manuell prüfen.

2. ÖkoZentrum NRW Excel-Rechner (Version 3.3, Stand Juli 2024)

Dieser Rechner ist ein Profi-Tool. Er ist kostenlos, aber nur für Menschen, die Excel bedienen können. Er ist der einzige, der Mehrfamilienhäuser mit bis zu 125 Wohnungen korrekt berechnet - und zwar nach Miteigentumsanteilen. Wenn du ein Haus mit vier Parteien besitzt und jede Partei ihre eigene Heizung tauscht, rechnet er die Kosten und Förderung pro Wohnung. Das ist einzigartig.

Er berücksichtigt auch Sonderfälle wie Denkmalschutz, wenn du die richtigen Felder auswählst. Aber: Er ist nicht aktuell. Du musst ihn selbst herunterladen, und wenn sich die Förderregeln ändern, musst du ihn manuell updaten. Die neue Version mit KI-Unterstützung, die Fehler erkennt, kommt erst Ende 2026.

3. Waermepumpe.de (Spezialisiert auf Wärmepumpen)

Wenn du eine Wärmepumpe planst, ist dieser Rechner dein bester Freund. Er kennt alle Bonusse: 5 Prozent für Erdwärme, 5 Prozent für Abwasser-Wärmepumpen, 5 Prozent für natürliche Kältemittel wie Propan oder CO₂. Er weiß, dass Luft-Wasser-Wärmepumpen ohne natürliche Kältemittel ab 2026 nur noch 65 Prozent Förderung bekommen - nicht mehr 70. Und er zeigt dir, ob du den Einkommensbonus bekommst, je nach deinem Haushaltseinkommen.

Der Nachteil: Er ignoriert fast alle anderen Heizungstypen. Wenn du eine Holzpellet-Heizung oder einen Hybridkessel planst, ist er nutzlos.

Dreiteilige digitale Schnittstelle mit Förderboni für Region, Einkommen und Kältemittel in stilisierter Form.

Was du wissen musst, bevor du rechnest

Bevor du irgendeinen Rechner öffnest, sammle diese Infos:

  • Das Baujahr deines Hauses
  • Die Anzahl der Wohneinheiten
  • Deine Postleitzahl
  • Dein Bruttojahreseinkommen (für den Einkommensbonus)
  • Welche Heizung du tauschen willst und welche du einbaust
  • Ob du selbst wohnst oder vermietest

Wenn du vermietest, bekommst du maximal 35 Prozent Förderung - egal, welcher Rechner das sagt. Selbstnutzer können bis zu 70 Prozent erreichen. Das ist der größte Unterschied. Und: Du musst den Antrag vor dem Einbau stellen. Ein Vertrag mit dem Handwerker reicht. Die Arbeiten darfst du erst beginnen, nachdem du den Antrag abgeschickt hast.

Die häufigsten Fehler - und wie du sie vermeidest

Die meisten Leute machen drei Fehler:

  1. Sie verlassen sich auf einen einzigen Rechner. Ergebnis: Sie verpassen 3.000 bis 8.000 Euro. Nutze mindestens zwei - Energieeffizienzprofi.de und Waermepumpe.de.
  2. Sie vergessen den Einkommensbonus. Wenn du weniger als 40.000 Euro brutto verdienst, bekommst du extra 10 Prozent. Bei 25.000 Euro oder weniger: 15 Prozent. Viele Rechner fragen danach nicht klar genug.
  3. Sie rechnen mit der alten Obergrenze. Bis 2024 war die maximale förderfähige Summe 30.000 Euro. Ab 1. Januar 2025 ist sie 35.000 Euro. Das bedeutet: Maximal 24.500 Euro Förderung. Einige Rechner zeigen noch die alte Zahl an - prüfe immer das Datum der Version.

Ein weiterer Punkt: Die Förderung darf nicht mehr als 60 Prozent der Gesamtkosten betragen, wenn du mehrere Programme kombinierst. Das heißt: Wenn du 20.000 Euro an Zuschüssen bekommst, darfst du die Gesamtkosten nicht über 33.333 Euro gehen lassen. Sonst verlierst du den Anspruch.

Mensch an Hausportal, alte Heizung vergeht, moderne Wärmepumpe leuchtet mit Förder-Icons in der Luft.

Was kommt 2025-2026?

Die Regeln ändern sich schnell. Ab 2025 wird der Einkommensbonus an die Inflation angepasst - das heißt, er steigt jedes Jahr. Ab 2026 werden Luft-Wasser-Wärmepumpen ohne natürliche Kältemittel nur noch mit 65 Prozent gefördert. Das bedeutet: Wenn du jetzt eine Wärmepumpe mit R410A (einem synthetischen Kältemittel) einbaust, bekommst du weniger als mit einer mit Propan.

Langfristig wird es einen digitalen Förderassistenten geben - ein zentrales Tool, das alle Programme verknüpft. Aber das kommt erst 2027. Bis dahin musst du selbst rechnen.

Was du jetzt tun solltest

So gehst du vor:

  1. Gehe auf energieeffizienzprofi.de und gib deine Daten ein.
  2. Öffne waermepumpe.de/foerderrechner und gib dieselben Daten ein - besonders, ob du eine Wärmepumpe willst.
  3. Wenn du ein Mehrfamilienhaus hast: Lade den Excel-Rechner vom ÖkoZentrum NRW herunter und prüfe die Verteilung der Kosten.
  4. Notiere dir die höchste Summe - und prüfe, ob du die Voraussetzungen für alle Bonusse erfüllst.
  5. Schließe einen Vertrag mit einem Handwerker ab - aber starte nicht mit den Arbeiten!
  6. Stelle den Förderantrag über BAFA oder KfW - je nachdem, welches Programm dir mehr bringt.

Wenn du alles richtig machst, bekommst du mehr Geld, als du denkst. Und das macht den Heizungstausch nicht nur umweltfreundlich - sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.

Kommentare (2)

Peter Friedl
  • Peter Friedl
  • Januar 6, 2026 AT 14:58

Ich hab nur einen Rechner genutzt und 8k verloren. Dumm gelaufen.

Angela Westbrook
  • Angela Westbrook
  • Januar 7, 2026 AT 15:28

Der Artikel ist eigentlich ganz gut, aber man sollte nicht 'Einkommensbonus' mit 'Einkommenbonus' schreiben. Und 'Kältemittel' nicht mit 'Kaeltemittel'. Das ist einfach unprofessionell.

Und wer 'Waermepumpe.de' als Quelle nennt, sollte wenigstens die korrekte URL mit https und ohne Slash am Ende angeben. So sieht das aus, als hätte jemand es kopiert und nicht geprüft.

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