Wohnrecht, ein persönliches Nutzungsrecht an einer Immobilie, das nicht vererblich ist und meist im Grundbuch eingetragen wird. Auch bekannt als Wohnungsrecht, ist es kein Eigentum – aber es kann den Verkaufswert einer Wohnung oder eines Hauses deutlich senken, wenn es nicht richtig geregelt ist. Viele denken, ein Wohnrecht sei nur etwas für Senioren, die ihre Immobilie verkaufen, aber im Alter weiterhin dort wohnen wollen. Das stimmt – aber es ist viel komplexer. Ein Wohnrecht kann auch im Erbfall entstehen, bei Trennungen oder als Gegenleistung für Pflege. Es ist kein Geschenk – es ist ein rechtlicher Vertrag mit langfristigen Folgen.
Leibrente, eine regelmäßige Zahlung im Austausch für den Verkauf einer Immobilie, die bis zum Tod des Berechtigten läuft ist oft die finanzielle Grundlage für ein Wohnrecht. Aber wer zahlt? Wer haftet für Reparaturen? Wer entscheidet, ob die Küche erneuert wird? Das steht nicht im Gesetz – das steht im Vertrag. Und viele Verträge sind unklar. Ein Beispiel: Ein Ehepaar verkauft sein Haus an die Tochter, behält das Wohnrecht und vereinbart keine Kostenverteilung. Jahre später muss der Vater 15.000 Euro für den neuen Heizkessel zahlen – weil der Vertrag nichts davon sagt. Kein Gericht wird ihm helfen. Ein Wohnrecht ohne klare Regeln ist eine Zeitbombe.
Immobilienrecht, der Bereich, der die Rechte und Pflichten von Eigentümern, Nutzern und Dritten in Bezug auf Immobilien regelt sieht vor, dass ein Wohnrecht nur mit Zustimmung aller Beteiligten geändert oder aufgehoben werden kann. Das bedeutet: Wenn Sie ein Haus mit Wohnrecht verkaufen wollen, müssen Sie den Berechtigten einfinden – und oft ist das nicht einfach. Wer ist der Berechtigte? Ist er noch am Leben? Hat er das Recht vererbt? Oder hat er es schon aufgegeben? Ohne Grundbucheintrag ist alles unklar. Und wer denkt schon daran, dass ein Wohnrecht die Finanzierung erschwert? Banken vergeben selten Kredite für Immobilien mit eingeschränktem Nutzungsrecht – weil sie es nicht verkaufen können, wenn der Kredit nicht bezahlt wird.
Ein Wohnrecht ist kein Luxus – es ist eine rechtliche Belastung. Es schützt manche, es gefährdet andere. Es kann die Rendite einer Immobilie von 5 % auf 1 % drücken. Es kann einen Verkauf um Jahre verzögern. Und es kann Familien auseinanderbringen, wenn die Regeln nicht von Anfang an klar waren. In den folgenden Artikeln finden Sie konkrete Beispiele: Wie man ein Wohnrecht richtig vertraglich festschreibt, warum es oft teurer ist, als man denkt, wie es sich auf die Steuer auswirkt und was Sie tun müssen, wenn Sie es verkaufen wollen – ohne dass Sie am Ende leer ausgehen.
Ein lebenslanges Wohnrecht sichert dir das Recht, in deiner Immobilie zu wohnen - auch nach der Übertragung an deine Kinder. Erfahre, wie es bewertet wird, wie viel Steuer du sparst und welche Fallstricke du kennen solltest.